Basma Noor

Menschen, Menschen und nochmal Menschen

Basma Noor, Roche Dhaka

Published 29 May 2020
Basma Noor, Senior Medical Affairs Responsible for Breast Cancer and Affiliate Patient Interaction Lead, Roche Dhaka

Was ich an Dhaka mag? Das ist schwer zu sagen. Seit 15 Jahren lebe ich in Bangladeschs Hauptstadt, ursprünglich komme ich aus der drittgrössten Stadt des Landes, Khulna. Ich habe wenig Gutes zu berichten über das Leben in einer Megacity.

Die Stadt inklusive Agglomeration zählt circa 21 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Egal wohin man blickt, alles, was man sieht, sind Menschen, Menschen und nochmal Menschen. Das macht sich natürlich auch im Strassenverkehr bemerkbar und hat schwer­ wiegende Konsequenzen: die Luftverschmutzung in Dhaka ist, gemäss dem Air Quality Index, so hoch, das sie als ungesund eingestuft wird. Das bedeutet, dass das Einatmen gesundheitliche Auswirkungen auf jede und jeden hat und, dass Menschen in Dhaka anstrengende Aktivitäten im Freien vermeiden sollten. Die Strecke von meiner Wohnung bis zu meinem Büro beträgt zwölf Kilometer. Mit dem Auto benötige ich dafür pro Weg jeden Tag zweieinhalb Stunden. Seit vier Jahren nehme ich diese Odyssee täglich auf mich. Mit der Zeit gewöhnt man sich einfach daran. Das Gleiche gilt für die heftigen Monsune, die die Stadt mehrmals jährlich überfluten.

 

Sorgen bereiten mir auch die Zunahme an Erdbeben in der Stadt. Die Häuser sind dicht aneinandergebaut, und so gibt es während eines Bebens kaum Möglichkeiten, Schutz zu suchen. Ein weiteres Problem: Im am dichtesten besiedelten Land der Welt liegen 20 Prozent der Fläche weniger als einen Meter über dem Meer. Und der Meeresspiegel steigt jedes Jahr nachweislich an. Insgesamt liegt er bereits circa acht Zentimeter über dem Wert von 1993. Wenn es so weitergeht, steht irgendwann auch meine Heimatstadt Khulna unter Wasser. Einen positiven Aspekt kann ich meinem Wohnort doch noch abgewinnen: Wir haben hier riesige Supermärkte, in denen wir hochwertige Kleidung sehr billig kaufen können, da sie in Bangladesch hergestellt wird. Früher konnte man viele Produkte nicht in Bangla­ desch kaufen, sondern musste dafür in die Nachbarländer fliegen. Auch das Bildungssystem in Dhaka hat sich verbessert. Bis vor ein paar Jahren mussten Stadtbewohner ihre Kinder ins Ausland schicken, um ihnen eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Ich bin froh, dass meine Kinder später einmal in meiner Nähe bleiben und in Dhaka zur Schule gehen können. Für mich ist es ein Lichtblick in einer der Städte, die am schwersten von der Klimakrise betroffen sind.

  

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Tags: Climate Change