Laura Williams

Extinction Rebellion hat das Umweltthema in die Wohnzimmer gebracht

Laura Williams, Roche Welwyn

Published 29 May 2020
Laura Williams, Pharmacovigilance Partnering Compliance Lead, Welwyn Garden City

Ich komme aus Irland und lebe jetzt seit zweieinhalb Jahren in London. Ich liebe es, hier zu leben, und fühle mich inzwischen als Londonerin. Mir gefallen die viele Parks der Stadt, auf die man hier sehr stolz ist.

Auch Radfahren kann man in London sehr gut, und es werden immer mehr Radwege gebaut. Nur was die Umwelt angeht, ist London nicht so toll. Trotz des grossartigen Nahverkehrs­ netzes ist die Luft­ und Lichtverschmutzung hier enorm, und dazu der ganze Lärm. Ausserdem ist durch die geografische Lage der Klimawandel eine sehr reale Bedrohung für uns.

 

Ich wohne an einer Hauptstrasse und bekomme die schlechte Luftqualität hautnah zu spüren. Um die Ecke ist eine Schule. Die Stadtverwaltung lässt zwar neuerdings Luftreiniger in Schulen installieren, aber die Schule nebenan ist für mich dennoch wie ein Mahnmal für den Ernst der Lage. Die vielen Autos sind ein doppeltes Unglück: Die Treibhausgase verpesten die Atmosphäre und machen die Menschen in der Stadt krank.

 

Der Klimawandel ist eine unmittelbare Bedrohung für London. Er ist überall auf der Welt beängstigend, aber im Vergleich zu anderen Megastädten besteht hier die reale Gefahr, dass die ganze Stadt mitsamt ihren historischen Stätten im Meer versinkt.

 

Was mich ausserdem an London nervt, sind die Massen an Verpackungsmüll und Wegwerfpro­dukten. Überall liegt Abfall auf dem Boden, und die Müllabfuhr hat gegen die überlaufenden Mülleimer keine Chance. Ich habe keine eigenen Kinder, aber eine Nichte und einen Neffen. Sie werden später, glaube ich, in einer sehr anderen Welt leben und völlig andere Prioritäten haben. Ich sehe neidisch auf andere Städte, die gute Zero­Waste­ Lebensmittelläden haben.

 

Aber ein paar Dinge hat London auch schon erreicht. Es werden Wasserspender installiert, damit mehr Leute von Einweg­Plastikflaschen auf wiederverwendbare Flaschen umsteigen. Ausser­dem wurden letztes Jahr die extrem geringen Emmissions­ und Staugebühren angehoben, um besonders umweltschädliche Autos stärker aus dem Stadtzentrum fernzuhalten. Seit Inkrafttreten der neuen Sätze im April 2019 kommen am Tag knapp 9500 weniger Autos ins Londoner Stadtgebiet. Auch die Themse ist sauberer geworden. Der Fluss galt vor 50 Jahren als biologisch tot, inzwischen wurden sogar Delfine und Seepferdchen gesichtet. Umweltgruppen wie Extinction Rebellion sehe ich als eine treibende Kraft für den Wandel, weil sie dieses Thema in unsere Wohnzimmer gebracht haben.

  

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Tags: Climate Change