Close-up of Nepalese mother and baby sitting in front of their home.

Hilfe für den Wiederaufbau von Gemeinden

Bei der Katastrophenhilfe geht es darum, sich als Partner für die Gesellschaft einzusetzen, wenn dies am dringendsten benötigt wird.

Published 09 June 2020

Wenn Naturkatastrophen Gemeinden treffen, reagieren wir, und zwar nicht nur dort, wo wir leben und arbeiten. Wir unterstützen dann einen nachhaltigen Wiederaufbau, damit sie für die Zukunft besser gewappnet sind“, so Peggy Grueninger, Leiterin von Corporate Donations and Philantropy. „Das ist Teil unseres Beitrags zur Gesellschaft.“

In den ersten Stunden und Tagen nach einer Naturkatastrophe bergen couragierte Ersthelfer Menschen, retten Leben und übernehmen Notfalldienste. Natürlich helfen wir in den ersten Phasen auch direkt und spenden beispielsweise Antibiotika. Grundsätzlich verfolgen wir aber eine umfassende Strategie, um den Auswirkungen von Katastrophen nachhaltig zu begegnen.

Dabei arbeiten wir mit unseren lokalen Führungskräften zusammen, um die Situation einzuschätzen und zu entscheiden, wie wir am besten langfristige Hilfe beim Wiederaufbau leisten können. Wir kooperieren mit anerkannten, erfahrenen Partnern, die sich ebenso wie wir für Innovation, Zusammenarbeit, Qualität und Nachhaltigkeit einsetzen.

Umsetzung unseres Leitbilds

Roche Indonesia und Partner haben Pustu Tondo besucht, eines von drei Gesundheitszentren, dessen Wiederaufbau wir nach einem schweren Erdbeben mit einer Spende unterstützt haben.
Roche Indonesia und Partner haben Pustu Tondo besucht, eines von drei Gesundheitszentren, dessen Wiederaufbau wir nach einem schweren Erdbeben mit einer Spende unterstützt haben.

Indonesien ist eine der Regionen der Welt, die am häufigsten von Naturkatastrophen betroffen ist. Hier kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu schweren Erdbeben, Tsunamis, Überschwemmungen, Erdrutschen und Vulkanausbrüchen. 2018 kam es knapp außerhalb der Provinzhauptstadt Palu zu einem schweren Erdbeben der Stärke 7,5, das einen Tsunami auslöste und 4.000 Menschenleben kostete.

„Ich war in meinem Büro in einem Hochhaus in Jakarta. Ich erinnere mich, wie ich vor Angst zitterte, als die Wände um mich herum zu schwanken begannen“, so Ait-Allah Mejri, Geschäftsführer von Roche Indonesia. „In Palu löste das Erdbeben einen unterseeischen Erdrutsch und dadurch einen Tsunami aus. Das ist sehr selten und war verheerend.“

Sein Team arbeitete mit den lokalen Behörden zusammen. Man wollte einen Plan erstellen, wie Roche den Menschen in Palu helfen kann, das Gemeinwesen und die entsprechenden Strukturen für die Zukunft zu stärken. Da viele Gesundheitseinrichtungen in der Gegend extrem baufällig sind, wurde mit der Regional- und Zentralregierung vereinbart, drei Gesundheitszentren wiederaufzubauen, die Gebäude zu sanieren sowie neue medizinische Ausrüstung und neues Mobiliar anzuschaffen. Nachdem die Arbeiten abgeschlossen waren, wurden die Einrichtungen im Dezember 2019 den örtlichen Behörden übergeben. Heute dienen sie über 1.200 Menschen.

Für Ait-Allah, der seit 27 Jahren bei Roche arbeitet, ist diese Reaktion integraler Bestandteil dessen, wie wir zur nachhaltigen Entwicklung und anhaltenden Gesundheit der Bevölkerung beitragen. „Wir konzentrieren uns darauf, das Leben der Patientinnen und Patienten zu verbessern, und zwar stets an die Strukturen des jeweiligen Landes angepasst. Wenn unser Leitbild — Doing now what patients need next — dies nicht erfüllt, dann weiß ich nicht, was wir sonst tun könnten.“

Unsere gemeinsamen Anstrengungen

Roche hat den WWF beim Aufbau von zwei lokalen Zentren für Katastrophenschutz- und -bereitschaft unterstützt sowie Schulungen im Tana River County, Kenia, durchgeführt, wo es häufig zu Überschwemmungen kommt. Die Trainings befassten sich mit Katastrophenmanagement und entsprechenden Steuerungssystemen.
Roche hat den WWF beim Aufbau von zwei lokalen Zentren für Katastrophenschutz- und -bereitschaft unterstützt sowie Schulungen im Tana River County, Kenia, durchgeführt, wo es häufig zu Überschwemmungen kommt. Die Trainings befassten sich mit Katastrophenmanagement und entsprechenden Steuerungssystemen.

Jaqueline Wambua, Leiterin von Roche Government Affairs in Ostafrika, arbeitet von Nairobi aus mit Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und anderen Institutionen zusammen, um örtliche Gesundheitssysteme zu stärken. Als sie 2018 von einer schweren Überschwemmung am Fluss Tana an der Küste von Kenia erfuhr, hatte sie die Hoffnung, dass Roche irgendwie helfen könnte.

„Die Gegend ist sehr ländlich“, erklärt sie. „Die Menschen dort waren überhaupt nicht auf eine Naturkatastrophe von diesem Ausmaß vorbereitet.“ Die Überschwemmung kostete Hunderte Menschenleben und zerstörte Infrastruktur und Gesundheitszentren. Mehr als 200.000 Menschen verloren ihr Zuhause.

In der Folge tat sich Roche mit einem seiner langjährigen philanthropischen Partner, dem World Wide Fund for Nature (WWF) zusammen, um die Gemeinden besser auf künftige Überschwemmungen vorzubereiten. Bei Treffen mit örtlichen Verantwortlichen und dem kenianischen Roten Kreuz vereinbarten alle Partner, dass sichere Gebäude erforderlich sind, um bei Überschwemmungen Unterkünfte bereit- und Kommunikationswege sicherzustellen. Sie ließen zwei lokale Zentren für Katastrophenschutz- und -bereitschaft errichten und führten Vorbereitungsschulungen durch.

Der WWF, der sich auf Artenschutz und gefährdete Arten konzentriert, stieß mit diesem Projekt wegen des beinahe vollständig humanitären Umfangs an die Grenzen seiner gewöhnlichen Aufgaben. „Wir konzentrieren uns auf die Umwelt und Roche auf die Gesundheit, in dieser Art von Projekt überschneiden sich unsere Geschäftsmodelle“, sagt Shalini Mehan, Relationship Manager Philanthropy bei WWF International.

„Vielleicht hat uns der Umgang mit der Natur an diesen Punkt gebracht, denn kein Leben bleibt von Naturkatastrophen oder anderen Umweltbelastungen unberührt. Aus diesem Grund konzentriert sich der WWF auf die Arbeit vor Ort in den Gemeinden. Dies ist Teil unserer gemeinschaftlichen Anstrengungen und der Grund dafür, dass Partnerschaften für uns so wichtig sind“, so Shalini.

Für Jaqueline Wambua war dieses Projekt ebenfalls etwas Besonderes, denn es zeigt das gesellschaftliche Engagement von Roche. „Bei uns geht es darum, mit den Entscheidungsträgern zusammenzuarbeiten, um die Gesundheitssysteme zu stärken. Das hier geht sicherlich weit darüber hinaus, zeigt aber, wie wir mit Problemen vor Ort umgehen und so dem Gemeinwesen dienen.“

Gemeinsame Ziele

Roche unterstützt Habitat for Humanity in Nepal. Familien, die von Erdbeben und Überschwemmungen betroffen sind, wird geholfen, Häuser (s. Bild oben) zu bauen, die Katastrophen widerstehen können.
Roche unterstützt Habitat for Humanity in Nepal. Familien, die von Erdbeben und Überschwemmungen betroffen sind, wird geholfen, Häuser (s. Bild oben) zu bauen, die Katastrophen widerstehen können.

Unsere Ziele befolgen den wesentlichen Grundsatz, mit anerkannten lokalen Partnern zusammenzuarbeiten, um eine bessere Infrastruktur zu schaffen, die Arbeiter vor Ort besser auszubilden und Menschen zu helfen, sich besser auf kommende Naturkatastrophen vorzubereiten. Die Leistungskennzahlen (KPIs) hinter jedem Ziel sind genau auf die Art und den Umfang jedes Projekts zugeschnitten.

Nach dem verheerenden Erdbeben von 2015 in Nepal haben wird mit Habitat for Humanity zusammengearbeitet, um gefährdete Familien zu unterstützen, die angemessene Unterkünfte benötigten. Bei unserem ersten Projekt haben wir den Wiederaufbau von 578 Häusern gefördert, die Katastrophen widerstehen können, Gemeindemitglieder geschult und ein Hilfezentrum für Wohnungsbau geschaffen. Eine zweite Phase wurde 2019 gestartet und hat direkte Unterstützung für den Wiederaufbau von 195 Häusern bereitgestellt und technische Hilfe für 2.170 Haushalte geleistet. Außerdem wurden 2.598 Familien zu Wiederaufbaurichtlinien beraten sowie zusätzliche praktische Schulungen für Mitglieder der örtlichen Gemeinde durchgeführt.

Zwei Jahre später wurde das Land erneut von einer Naturkatastrophe getroffen: verheerende Überschwemmungen, die erneut zahlreiche Familien heimatlos machte. Wir einigten uns darauf, unsere Unterstützung für Habitat for Humanity in Nepal zu erhöhen, damit weitere 100 Häuser in sichereren Gebieten gebaut werden konnten und führten weitere Schulungen zur Katastrophenvorsorge durch. Am Ende konnte Habitat die Regierungshilfen wirksam einsetzen und wird in Zukunft noch mehr Häuser bauen können.

Manchmal erfordert die Realität vor Ort etwas Flexibilität, um ganz bestimmte Ergebnisse zu erzielen. Bei beiden Projekten musste der zeitliche Rahmen verändert und zusätzliche Strukturen wie Hochwassermauern gebaut werden, um die neuen Häuser in Zukunft besser vor möglichen Überschwemmungen und Erdrutschen zu schützen.

„In Europa und den USA nehmen wir kommunale Infrastrukturen wie Straßen, Mauern und Brücken als gegeben hin“, so Tomas Kelley, Associate Director of Partnerships, Habitat for Humanity International. „Aber in Nepal ist die Finanzierung nicht unbedingt vorhanden. Wir arbeiten also kontinuierlich mit der lokalen Gemeinde über einen partizipativen Ansatz zusammen. Das Ziel ist, durch Verschiebung unserer Ressourcen das wiederaufzubauen, was tatsächlich erforderlich ist, sodass Gemeinden in Zukunft besser auf Naturkatastrophen vorbereitet sind.“

Wir haben den WWF bei weiteren Anstrengungen unterstützt, Nepal nach Naturkatastrophen beim Wiederaufbau zu helfen. Nach dem Erdbeben von 2015 erhielt der WWF eine Spende von uns, um ein Mehrzweckgemeindezentrums im schwer getroffenen Langtang-Nationalpark zu errichten. Durch dieses 2017 abgeschlossene Projekt konnte der WWF auch durch Naturkatastrophen gefährdete Regionen identifizieren, Informationen verteilen und der lokalen Gemeinde mehr alternative Existenzgrundlagen anbieten. Nach den Überschwemmungen von 2017 übergaben wir dem WWF eine weitere Spende für die Errichtung von zwei Gemeindehilfszentren und die Bereitstellung von Hilfsgeräten für Naturkatastrophen, Kommunikation und Schulungen im südlichen Nepal.

Darüber hinaus meldete sich während unseres zweiten Programms Ingrid Kronimus-Wecke. Die langjährige medizinische Fachkraft bei Roche arbeitete von Februar bis Mai 2019 freiwillig in Nepal. Sie half dabei, von Roche gespendete medizinische Ausrüstung einzurichten und Arbeitsabläufe am wiederaufgebauten Ratnanagar Hospital aufzubauen, in dem jedes Jahr 145.000 Menschen behandelt werden.

Krankheiten verhindern, Infektionen behandeln

© UNICEF/UN0303123/De We. Roche hat nach dem Zyklon Idai UNICEF bei der Bereitstellung langlebiger Insektenschutznetze unterstützt. Die Abbildung oben zeigt eine Mutter und ihre Kinder in einem Aufnahmezentrum in Beira, Mosambik unter einem solchen Netz.
© UNICEF/UN0303123/De We. Roche hat nach dem Zyklon Idai UNICEF bei der Bereitstellung langlebiger Insektenschutznetze unterstützt. Die Abbildung oben zeigt eine Mutter und ihre Kinder in einem Aufnahmezentrum in Beira, Mosambik unter einem solchen Netz.

Zwar ist es unsere grundsätzliche Strategie, langfristigere Wiederaufbaumaßnahmen nach einer Naturkatastrophe zu unterstützen, doch bieten wir in einigen Fällen auch bereits Unterstützung im Rahmen der Notfallmaßnahmen. 2019 zog der Zyklon Idai über Mosambik, Simbabwe und Malawi und stellte sich als einer der schwersten tropischen Stürme südlich der Sahara heraus.

Wir konnten über drei unserer NGO-Partner helfen. So haben wir unseren langjährigen Partner UNICEF unterstützt, 20.000 langlebige und dringend benötigte Insektenschutznetze für jedes Land bereitzustellen und damit die Übertragung von Malaria zu verhindern. Je nach Land wurden die Netze sowohl in der Notfallphase als auch im Zuge der anfänglichen Wiederaufbauphase genutzt, um die Widerstandsfähigkeit und Katastrophenbereitschaft der betroffenen Gemeinden zu stärken.

Zusätzlich stellte Roche Portugal finanzielle Hilfe für das portugiesische Rote Kreuz zur Verfügung, um die von der Katastrophe in Mosambik Betroffenen zu unterstützen. Wir spendeten außerdem 3.000 Dosen des Roche-Antibiotikums Bactrim, um die Katastrophenhilfe vor Ort zu entlasten.

Zusammen mit dem WWF unterstützen wir den Bau von zwei Katastrophenhilfezentren für Gemeinden in Simbabwe. Der WWF arbeitet mit dem Roten Kreuz in Simbabwe, der örtlichen Regierung und anderen Entscheidungsträgern in diesem Projekt zusammen. Das Ziel ist vor allem, die Aufmerksamkeit auf größere Widerstandfähigkeit gegenüber Naturkatastrophen zu lenken, etwa durch Bepflanzungs- und Ackerbaumethoden zur Verhinderung der Bodenerosion.

Über die Roger Federer Foundation (RFF) haben wir außerdem die NGO ActionAid Malawi unterstützt, um 13 Kindergärten in Malawi wiederaufzubauen. „Die schnelle und unbürokratische Hilfe von Roche war extrem wertvoll und erlaubte uns, diesen Service so schnell wie möglich wieder anbieten zu können. Kinder sollten keine Einschnitte erleiden, wenn es um schulische Ausbildung geht“, so Janine Händel, CEO der RFF.

2019 KPIs von Projekten der Katastrophenhilfe

Land

Projekt

Datum

Partner

Bereich Infrastruktur

Mitarbeitende

Indonesien

Palu-Erdbeben-hilfe

Abge-schlossen 12/2019

Zentral und Regionalregierung

3 Gesundheitseinrichtungen

>1.200 Patienten*

Nepal

Wiederauf-baupro-gramm nach Erdbeben

Abge-schlossen 12/2019

Habitat for Humanity, Zentral und Regional-regierung, lokale NGOs

195 Häuser wiederaufgebaut

2.170 Haushalte erhielten technische Unterstützung

2.598 Haushalte erhielten Hilfe bei Wiederaufbau-richtlinien

4,963 Familien

Hilfspro-gramme für Über-schwemm-ungska-tastrophen

Vorgabe 06/2020

76** Häuser und eine Schutzmauer gebaut

76 Familien
211 Personen geschult

Katastro-phenhilfe nach Überschwem-mung

Abge-schlossen 11/2018

WWF, Nepal Red Cross Society

2 Gemeindehilfs-zentren

2,750 Gemeinde-mitglieder profitieren von den Zentren

Mitarbeiter-entsendung, gemeinsame Nutzung von Fertigkeiten / Wissens-transfer

Abge-schlossen
05/2019

Ratnanagar-Hospital und Shanti Med Nepal

Krankenhaus-ausrüstung und Prozessein-richtung

>145,00 Behandelte pro Jahr

Kenia

Hilfe nach Überschwem-mung am Fluss Tana

Vorgabe 06/2020

WWF, Rotes Kreuz Kenia, lokale Regierung

2 Gemeindehilfs-zentren

149 Gemeinde-mitglieder geschult
(Ausbau der Kapazitäten, um als Ersthelfer für die gesamte Gemeinde handeln zu können)

Mosambik

Hilfe nach Zyklon Idai

Abge-schlossen 12/2019

UNICEF

20,000 langlebige Insektenschutz-netze

20,000 Familien

Abgeschlossen
03/2019

Rotes Kreuz Portugal

3,000 Einheiten Bactrim

3,000 Menschen

Malawi

Abgeschlossen
12/2019

UNICEF

20,000 mit Insektiziden behandelte Bettnetze

20,000 schwangere und stillende Frauen

Abge-schlossen 11/2019

Roger Federer Foundation, ActionAid

Wiederaufbau von 13 Kindergärten

>2,700 Kinder

Simbabwe

Abge-schlossen
12/2019

UNICEF

20,000 Moskitonetze

3,500 Familien erhielten 4-6 Netze

Vorgabe
04/2020

WWF, Rotes Kreuz Simbabwe

2 Katastrophenhilfe-zentren für Gemeinden

n. V., im Bau befindlich

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