Kombinationstherapie von Roche mit Tecentriq plus Cotellic und Zelboraf erhält Zulassung in der Schweiz zur Anwendung bei bestimmten Formen von fortgeschrittenem Melanom

Basel, 16. Oktober 2020 – Roche (SIX: RO, ROG; OTCQX: RHHBY) gab heute bekannt, dass das Schweizerische Heilmittelinstitut (Swissmedic) die Zulassung für die Kombination aus Tecentriq® (Atezolizumab) plus Cotellic® (Cobimetinib) und Zelboraf® (Vemurafenib) zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Melanom mit BRAF-V600E-Mutation erteilt hat. Das Sicherheitsprofil der Tecentriq-Kombinationstherapie deckte sich mit den bekannten Sicherheitsprofilen der Einzelwirkstoffe.

Fortgeschrittene Melanome sind eine aggressive Form von Krebs; Betroffene haben trotz verfügbarer Therapieoptionen oft eine ungünstige Prognose. Klinische Studien zu der Tecentriq-Kombinationstherapie ergaben, dass Patienten mit fortgeschrittenen Melanomen, die positiv für eine BRAF-V600E-Mutation waren, mehr als 16 Monate überleben konnten, ohne dass ihre Erkrankung weiter fortschritt. Dies ist die erste Zulassung für eine Kombination aus BRAF- und MEK-Inhibitoren (zielgerichtete Therapie) mit einer Immuntherapie zur Behandlung von Melanomen mit rasch eintretenden, hohen Ansprechraten und zugleich den langfristigen Behandlungsergebnissen einer Immuntherapie.

«Das Melanom ist nach wie vor eine sehr ernste Erkrankung mit erheblichem ungedecktem medizinischem Bedarf und einer stetig steigenden Auftretenshäufigkeit. Wir sind überzeugt, dass die Daten aus unserer IMspire150-Studie eine potenzielle neue Therapieoption für die Betroffenen aufzeigen», sagte Dr. med. Jean-Marc Häusler, Country Medical Director, Roche Pharma Schweiz. «Wir wurden durch die Unterstützung der Swissmedic im Rahmen des Orbis-Verfahrens darin bestärkt, diese Indikation möglichst schnell für Patientinnen und Patienten in der Schweiz verfügbar zu machen.»

Für die Roche Pharma (Schweiz) AG war dies die erste Zulassung im Zuge des sogenannten Orbis-Verfahrens zwischen FDA und Swissmedic, und sie wurde dank der hervorragenden Zusammenarbeit von Swissmedic und Roche in weniger als 6 Monaten ab der Antragstellung erreicht. Das Orbis-Projekt ist eine Initiative des Oncology Center of Excellence (OCE) der FDA mit dem Ziel, den Zulassungsprozess neuer Krebsmedikamente weltweit zu beschleunigen. Patientinnen und Patienten sollen rascher Zugang zu innovativen Therapiemöglichkeiten erhalten, indem Zulassungsanträge in den beteiligten Ländern simultan eingereicht und geprüft werden können.

Über die IMspire150-Studie
IMspire150 ist eine multizentrische, doppelt verblindete, placebokontrollierte, randomisierte Studie der Phase III bei Patienten mit zuvor unbehandeltem metastasierendem oder nicht-resezierbarem, lokal fortgeschrittenem Melanom mit BRAF-V600-Mutation. In der Studie wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Tecentriq in Kombination mit Cotellic und Zelboraf mit der von Placebo plus Cotellic und Zelboraf verglichen. Der primäre Endpunkt der Studie war das progressionsfreie Überleben (PFS) laut Beurteilung des Prüfarztes. Wichtige sekundäre Endpunkte waren das PFS laut Beurteilung eines unabhängigen Gutachterausschusses, das Gesamtüberleben, die objektive Ansprechrate, die Dauer des Ansprechens und andere sicherheitsbezogene und pharmakokinetische Messgrössen.

An der Studie nahmen 514 erwachsene Patienten teil. Die Randomisierung erfolgte stratifiziert nach Lactatdehydrogenase- (LDH-)Ausgangswert und geografischer Region. Die Patienten, die die Einschlusskriterien erfüllten, wurden per Randomisierung im Verhältnis 1:1 der Behandlung mit entweder Tecentriq plus Cotellic und Zelboraf (Tecentriq-Gruppe) oder Placebo plus Cotellic und Zelboraf (Kontrollgruppe), jeweils in 28-tägigen Zyklen, zugewiesen. In Zyklus 1 erhielten alle Patienten 21 Tage lang einmal täglich Cotellic 60 mg oral plus zweimal täglich Zelboraf 960 mg oral, dann 7 Tage lang zweimal täglich Zelboraf 720 mg oder 960 mg in der Tecentriq- bzw. der Kontrollgruppe. In allen nachfolgenden Zyklen erhielten die Patienten in der Tecentriq-Gruppe an Tag 1–28 Zelboraf 720 mg. Die niedrigere Zelboraf-Dosis von 720 mg in der Tecentriq-Gruppe war eine Sicherheitsmassnahme, um das Risiko überlappender Toxizitäten zu begrenzen und dennoch Zelboraf in einer wirksamen Dosierung anzuwenden. Die Behandlung wurde so lange fortgeführt, bis eines der folgenden Ereignisse eintrat: Krankheitsprogression laut Prüfarzturteil, inakzeptable Toxizität, Tod des Patienten, Abbruch der Teilnahme auf Entscheidung des Patienten oder des Arztes.

Über das fortgeschrittene Melanom
Das Melanom ist eine weniger häufige, aber besonders aggressive und potenziell tödliche Form von Hautkrebs.1,2 Wenn ein Melanom früh erkannt wird, ist es in der Regel heilbar,3,4 doch bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom ist die Prognose meist schlecht.2 Weltweit erhalten mehr als 287’000 Menschen pro Jahr die Diagnose eines Melanoms.5 Bei etwa der Hälfte aller Melanome liegen Mutationen im BRAF-Gen vor.6 In den letzten Jahren sind signifikante Fortschritte in der Behandlung fortgeschrittener Melanome erzielt worden, sodass die Betroffenen heute mehr Therapieoptionen haben. Dennoch handelt es sich nach wie vor um eine schwerwiegende Erkrankung mit erheblichem ungedecktem medizinischem Bedarf, deren Inzidenz seit 30 Jahren stetig steigt.7

Über Tecentriq (Atezolizumab)
Tecentriq ist ein monoklonaler Antikörper, der darauf ausgelegt ist, an das Protein PD-L1 anzudocken. Durch Bindung an PD-L1, das auf Tumorzellen und tumorinfiltrierenden Immunzellen exprimiert wird, soll Tecentriq deren Interaktion mit PD-1- und B7.1-Rezeptoren verhindern. Indem Tecentriq auf diese Weise PD-L1 inhibiert, könnte es die Reaktivierung von T-Zellen ermöglichen. Tecentriq kann auch auf gesunde Zellen einwirken.

Roche betreibt ein umfassendes Entwicklungsprogramm für Tecentriq mit zahlreichen noch laufenden und geplanten Phase-III-Studien bei Krebserkrankungen der Lunge, des Urogenitaltrakts, der Haut, der Brust, des Gastrointestinaltrakts, der weiblichen Fortpflanzungsorgane sowie der Kopf- und Halsregion. In diesen Studien wird Tecentriq sowohl in Monotherapie untersucht als auch in Kombination mit anderen Arzneimitteln.

Über Cotellic (Cobimetinib)
Das Ziel von Cotellic ist die Inhibition von MEK1/2; diese Proteine sind an einem Signalweg beteiligt, der zur Kontrolle des Zellwachstums und -überlebens beiträgt. Cotellic ist in Kombination mit Zelboraf in den USA und Europa sowie vielen weiteren Ländern weltweit zur Behandlung von Melanomen zugelassen, die eine BRAF-V600-Mutation haben und sich entweder auf andere Körperregionen ausgebreitet haben oder nicht chirurgisch entfernt werden können. Cotellic wurde von Exelixis entdeckt und wird von Genentech, einem Unternehmen der Roche-Gruppe, in Kooperation mit Exelixis entwickelt.

Über Zelboraf (Vemurafenib)
Zelboraf ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Behandlung von Melanomen, die eine BRAF-V600-Mutation haben und sich entweder auf andere Körperregionen ausgebreitet haben oder nicht chirurgisch entfernt werden können. Zelboraf ist darauf ausgelegt, bestimmte mutierte Formen von BRAF zu hemmen, die durch anomale Signalübertragung in Krebszellen das Tumorwachstum fördern. Das BRAF-Protein ist an einem Signalweg beteiligt, der zur Kontrolle des Zellwachstums und -überlebens beiträgt. Zelboraf war der erste Vertreter seiner Wirkstoffklasse, der die Zulassung erhielt. Die Entwicklung von Zelboraf erfolgte im Rahmen eines Lizenz- und Kooperationsvertrags von 2006 zwischen Roche und der Plexxikon Inc., dem F&E-Zentrum für Small-Molecule-Strukturansätze der Daiichi Sankyo Group.

Über Roche
Roche ist ein globales Unternehmen mit Vorreiterrolle in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten und Diagnostika und ist darauf fokussiert, Menschen durch wissenschaftlichen Fortschritt ein besseres, längeres Leben zu ermöglichen. Dank der Kombination von Pharma und Diagnostika unter einem Dach ist Roche führend in der personalisierten Medizin - einer Strategie mit dem Ziel, jeder Patientin und jedem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.

Roche ist das grösste Biotech-Unternehmen weltweit mit differenzierten Medikamenten für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche ist auch der bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostika und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement.

Seit der Gründung im Jahr 1896 erforscht Roche bessere Wege, um Krankheiten zu verhindern, zu erkennen und zu behandeln und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Zum Ziel des Unternehmens gehört es durch Kooperationen mit allen relevanten Partnern den Zugang von Patienten zu medizinischen Innovationen zu verbessern. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen heute mehr als 30 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Krebsmedikamente. Ausgezeichnet wurde Roche zudem bereits das elfte Jahr in Folge als eines der nachhaltigsten Unternehmen innerhalb der Pharmabranche im Dow Jones Sustainability Index (DJSI).


Die Roche-Gruppe mit Hauptsitz in Basel, Schweiz ist in über 100 Ländern tätig und beschäftigte 2019 weltweit rund 98,000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2019 investierte Roche CHF 11,7 Milliarden in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von CHF 61,5 Milliarden. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Weitere Informationen finden Sie unter www.roche.com.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt .

Referenzen
[1] Glossary of Melanoma Terms. Melanoma Research Alliance. Abzurufen unter:
https://www.curemelanoma.org/patient-eng/patient-support-resources/glossary-of-melanoma-terms/ Zuletzt abgerufen im November 2019.
[2] Finn L, et al. Therapy for metastatic melanoma: the past, present, and future. BMC Med. 2012;10:23.
[3] Algazi AP, et al. Treatment of cutaneous melanoma: current approaches and future prospects. Cancer
Manag Res. 2010;2:197-211.
[4] Leong SP. Future perspectives on malignant melanoma. Surg Clin North Am. 2003;83:453-6.
[5] Creagan ET. Malignant melanoma: an emerging and preventable medical catastrophe. Mayo Clin Proc. 1997;72:570-4.
[6] Ferlay J, Ervik M, Lam F, Colombet M, Mery L, Piñeros M, Znaor A, Soerjomataram I, Bray F (2018). Global Cancer Observatory: Cancer Today. Lyon, Frankreich: International Agency for Research on Cancer. Abzurufen unter:
https://gco.iarc.fr/today Zuletzt abgerufen im November 2019.
[7] Bataille V. Risk factors for melanoma development. Expert Rev Dermatol. 2009;4:533-9.

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