Roche-Turmgespräche

Turmgespräche Rotkreuz

Mehr Menschlichkeit dank Digitalisierung

Was uns die Digitalisierung bringt und was sie im Gesundheitswesen leisten kann, darüber herrscht Uneinigkeit – zumal diese Entwicklung noch am Anfang steht. Grund für Roche Diagnostics International in Rotkreuz, zur öffentlichen Diskussionsrunde Turmgespräch zum Thema „Der überwachte Mensch: Digitalisierung im Gesundheitswesen“ einzuladen.

Am Mittwoch, 13. Juni 2018, diskutierte Moderatorin Marina Vila mit vier Experten aus Ethik, Innovation und Healthcare:  Stephan Sigrist, Leiter Think Tank W.I.R.E., Markus Zimmermann, Professor für theologische Ethik an der Universität Freiburg und Vizepräsident der Nationalen Ethikkommission, Michele Pedrocchi, Global Head of Strategy and Business Development, Roche Diagnostics, sowie Gastgeberin Annette Luther, General Manager, Roche Diagnostics International, Rotkreuz. 

Digitalisierung treibt Entwicklung voran und bietet wertvolle Entscheidungshilfen

Tower Talks Panel

Die Digitalisierung ermöglicht Fortschritt im Gesundheitswesen auf verschiedenen Ebenen. «Im Mittelpunkt steht die personalisierte Medizin, » erläutert Annette Luther. «Bei der Entwicklung von Medikamenten helfen uns grosse Datenmengen, neue massgeschneiderte Therapien und Medikamente bereitzustellen. » 
Die Digitalisierung hebt die medizinische Versorgung auf ein neues Level, ergänzt Michele Pedrocchi: «Die Digitalisierung ermöglicht Transparenz und Zugang zu Informationen, die nicht nur einen Patienten betreffen, sondern einen breiten Erfahrungsschatz von vielen Personen und unterschiedlichen Orten. Dadurch gewinnen wir viel mehr Erkenntnisse. » Die Komplexität der Informationen bringt jedoch Mensch und Arzt an Grenzen. 

Roche Diagnostics sieht darin ein wichtiges Geschäftsfeld für die Zukunft: die Aggregation und Interpretation von Analyseergebnissen mit Hilfe von digitalen Lösungen.

«Es geht nicht darum, Ärzten die Entscheidung wegzunehmen, sondern sie durch sinnvolles Datenmanagement in ihrer Arbeit zu unterstützen», erläutert Annette Luther. 

Grosser Bedarf besteht nach Regulierung für den Umgang mit Daten: Die Patienten sollten volle Datensouveränität erhalten. Ein auf den Zweck ausgerichteter, kontrollierter Zugang ist sinnvoll für Forschungszwecke. Denn um aussagekräftige Zusammenhänge zu erkennen, braucht es enorme Datenmengen.

Der Mensch steht im Mittelpunkt

Für Stephan Sigrist ist eine zentrale Folge der Digitalisierung ein besseres Verständnis von uns als Mensch. Dies legt die Grundlage für eine individualisierte Medizin, gleichzeitig wächst aber auch das Risiko einer Überforderung durch die wachsenden Datenmengen. «Als Folge von früheren Diagnosen wird es der Arzt in Zukunft vielmehr mit Gesunden zu tun haben, die aber durch das Wissen über Veranlagungen ‘potenziell krank’ sind. Hier wird die Rolle als Berater – aber auch die emotionale Betreuung wichtig. » Zu hohe Erwartungen an spezifische Anwendungen der Digitalisierung wie der künstlichen Intelligenz schraubt er jedoch herunter: «Das Potenzial der Technologie wird überschätzt, es wird auch in Zukunft noch Menschen in der Medizin brauchen, die einordnen, Entscheide treffen und Patienten unterstützen. »

Im Zusammenhang mit der Erfassung von Gesundheitsdaten als Anreiz für Vergünstigungen bzw. Prämien von Krankenkassen befürchtet Markus Zimmermann, dass die Digitalisierung auch soziale Ungerechtigkeit bringt: «Diejenigen, die sich ohnehin zu wenig bewegen, werden bestraft - und das sind die Bildungsfernen. Bildung und Arbeitsplätze sind wichtige Faktoren für die Gesundheit; sie können auch dazu beitragen, Ungleichheit in der Lebenserwartung zu verringern. » 

Darüber, dass die Rolle der Ärzte in Zukunft wichtiger wird, herrscht Einigkeit: Daten interpretieren und auf Basis von Erfahrung, Intuition und Austausch mit seinem Netzwerk entscheiden, was für den Patienten das Beste ist. Die Digitalisierung wird in Zukunft ein ganzheitlicheres Bild vom Patienten vermitteln, und der Arzt kann sich vollumfänglich auf den Menschen konzentrieren.

Annette Luther, General Manager, Roche Diagnostics International, Rotkreuz

TowerTalks Annette Luther

«Im Mittelpunkt steht die personalisierte Medizin. Bei der Entwicklung von Medikamenten helfen uns grosse Datenmengen, neue massgeschneiderte Therapien und Medikamente bereitzustellen.» 

«Es geht nicht darum, Ärzten die Entscheidung wegzunehmen, sondern sie durch sinnvolles Datenmanagement in ihrer Arbeit zu unterstützen.»

Michele Pedrocchi, Global Head of Strategy and Business Development, Roche Diagnostics

TowerTalks Michele Pedrocchi

«Die Digitalisierung ermöglicht Transparenz und Zugang zu Informationen, die nicht nur einen Patienten betreffen, sondern einen breiten Erfahrungsschatz von vielen Personen und unterschiedlichen Orten. Dadurch gewinnen wir viel mehr Erkenntnisse.»

Stephan Sigrist, Leiter Think Tank W.I.R.E.

TowerTalks Stephan Sigrist

«Als Folge von früheren Diagnosen wird es der Arzt in Zukunft vielmehr mit Gesunden zu tun haben, die aber durch das Wissen über Veranlagungen ‘potenziell krank’ sind. Hier wird die Rolle als Berater – aber auch die emotionale Betreuung wichtig.»

«Das Potenzial der Technologie wird überschätzt, es wird auch in Zukunft noch Menschen in der Medizin brauchen, die einordnen, Entscheide treffen und Patienten unterstützen. »

Markus Zimmermann, Professor für theologische Ethik an der Universität Freiburg und Vizepräsident der Nationalen Ethikkommission

TowerTalks Markus Zimmermann

«Diejenigen, die sich ohnehin zu wenig bewegen, werden bestraft - und das sind die Bildungsfernen. Bildung und Arbeitsplätze sind wichtige Faktoren für die Gesundheit; sie können auch dazu beitragen, Ungleichheit in der Lebenserwartung zu verringern.»

Turmgespräche - Öffentliche Diskussionsveranstaltungen bei Roche

Sie interessieren sich für gesellschaftspolitische Themen, Trends der Zukunft und unser Gesundheitswesen? Dann seien Sie unser Gast bei der Veranstaltungsreihe Turmgespräche. 

Wir laden Sie zu einem offenen Austausch zu aktuellen, visionären und teilweise auch kontroversen Themen ein und möchten zum Nachfragen, Mitdenken, Philosophieren und Diskutieren anregen.
Je nach Thema diskutieren wir mit entsprechenden externen Experten, Spezialisten und Branchenkennern. Wir möchten Wissen weitergeben, aber auch den Austausch zwischen Wissenschaftlern und Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen und der breiten Öffentlichkeit fördern.

Die Gespräche finden jeweils an einem unserer Standorte in der Schweiz statt und sind kostenlos. 
Weitere Termine für Turmgespräche sind im Verlaufe des Jahres vorgesehen und werden demnächst publiziert.