Wirtschaftlicher Erfolg in einer globalen Wirtschaft hängt von der Einhaltung hoher ethischer Standards und nachhaltiger Geschäftspraktiken ab. Unternehmen wie Roche können über ihre Lieferkette einen positiven Einfluss auf die Menschenrechte und die Umwelt ausüben.

Wir sind davon überzeugt, dass Integrität die Grundlage für ein nachhaltiges und erfolgreiches Geschäft ist. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter hat die Verantwortung, sich integer zu verhalten und in Übereinstimmung mit unseren Standards und Richtlinien zu handeln. Dasselbe gilt für alle unsere Geschäftspartner auf der ganzen Welt: Wir verlangen von unseren Handelspartnern, Auftragnehmern und Lieferanten die Einhaltung unserer Integritätsstandards. Wir legen Wert auf wirtschaftliche Nachhaltigkeit und erwarten von unseren Lieferanten, dass sie zur Förderung der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung an den Orten, an denen sie tätig sind, beitragen.

"Für uns umfasst Nachhaltigkeit die gesamte Bandbreite - wirtschaftliche, soziale und Umweltaspekte", sagt Kelley Hinds, Leiterin Nachhaltigkeit beim globalen Einkauf von Roche. Hinds' Team ist dafür verantwortlich, die rund 60’000 Lieferanten weltweit auf Verstösse in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsrechte, Umwelt sowie Gesundheit und Sicherheit zu überprüfen. "Wir nutzen die Macht der Wirtschaft, um Dinge zu verändern und positiv zu beeinflussen".

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Damit Lieferanten Nachhaltigkeitsstandards einhalten, stellt Hinds und ihr Team auch vor überraschende Herausforderungen: "Ich hätte nie gedacht, dass ich so viel Zeit damit verbringen würde, über Kühe nachzudenken", sagt sie. Als Teil ihres Engagements für ökologische Nachhaltigkeit ist Roche entschlossen, die Treibhausgasemissionen bei den Lieferanten zu senken, wo immer sie diese finden - auch bei den Rindern. Roche kauft eine grosse Menge Rinderplasma (Kuhblut), das von Milchkühen gewonnen wird. Rinder emittieren beim Aufstossen Methan, ein sehr starkes Treibhausgas. Angesichts dieser Herausforderung fand Roche heraus, dass der Zusatz einer bestimmten Meeresalge zum Viehfutter die Methanproduktion um 60 Prozent reduziert - und gleichzeitig die Milchproduktion erhöht." Es besteht also das Potenzial, Treibhausgase stark zu reduzieren, und für Roche besteht die Möglichkeit, mit unseren Lieferanten und Kollegen zusammenzuarbeiten, um eine Lösung zu finden", sagt Hinds.

Lieferanten als Partner

Roche bekennt sich ausdrücklich zu den UNO-Richtlinien für Wirtschaft und Menschenrechte, die wir weltweit mit unseren Tochtergesellschaften und Lieferanten durchsetzen. Im Rahmen der Pharmaceutical Supply Chain Initiative (PSCI) war Roche eine treibende Kraft, einen industrieweit gültigen Prozess zu erarbeiten, wie Verletzungen von Menschenrechten oder Umweltstandards bei Lieferanten besser erkannt und vermieden werden können.

Wir betrachten unsere Lieferanten und Dienstleister als Partner und gehen über das traditionelle Konzept hinaus, unsere Nachhaltigkeitsprinzipien durch Audits einfach durchzusetzen. Unser Ziel ist es, mit unseren Lieferanten zusammenzuarbeiten, um deren Standard zu verbessern. Ziel ist es, Vertrauen und Mehrwert zu schaffen - im Gegensatz zu herkömmlichen Audits, die oft als Überwachungsaufgaben angesehen werden.

"Wir haben ein ganzes Programm - von der Vision bis hin zu den Standards - das Unternehmen umsetzen müssen, um Nachhaltigkeit zu gewährleisten", sagt Hinds. "Wir wollen sicherstellen, dass Menschen mit Würde behandelt und Rechte gewährt werden, und wir gehen aktiv gegen Ungleichheiten vor. Wir wollen die Arbeitsrechte schützen und Vielfalt und Inklusion in allen Ländern unserer Zuliefererbasis vorantreiben.”

Vielfalt und Inklusion leben wir zum Beispiel an unserem Standort in Rotkreuz. Seit Frühling 2019 arbeiten Menschen mit Beeinträchtigungen in der Produktion von Blutgas-Sensoren. Sie sind bei der Stiftung Brändi angestellt, einer Non-Profit-Organisation, die die berufliche, gesellschaftliche und kulturelle Inklusion fördert. Geplant ist eine langfristige und regelmässige Zusammenarbeit mit dieser Stiftung. Mitarbeitende dieses inklusiven Partners erhalten eine Entwicklungsmöglichkeit jenseits des geschützten Arbeitsplatzes und werden in ein Team integriert. Gleichzeitig erhöhen unterschiedliche Perspektiven im Team von Roche die Kreativität und können zu neuen Ideen im Arbeitsprozess führen.

Menschen- und Arbeitsrechte schützen

Roche führt routinemässig Audits bei Zulieferern durch, bei denen auf Menschenrechtsverletzungen, wie Menschenhandel und -missbrauch oder Kinderarbeit, geachtet wird. Wir untersuchen auch die Arbeitsrechte, also wie Menschen bei der Arbeit behandelt werden. Ein Teil des Prozesses besteht darin, Sozialaudits durchzuführen. Dabei werden wir von Drittpersonen unterstützt, die darin geschult sind, Vertrauen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eines Unternehmens aufzubauen. Sie wenden dabei effektive Interviewtechniken an, um Anzeichen von Misshandlungen zu erkennen.

Lastwagentransport ist ein Bereich, in dem es häufig zu Arbeitsrechtverstössen kommt und der aufgrund der grossen Anzahl Subunternehmer schwer zu überprüfen ist. Lkw-Fahrer können gezwungen sein, ihre Arbeit unter unsicheren Bedingungen auszuführen. Einer unserer großen Logistik-Lieferanten erlaubte uns, bei einem seiner Lkw-Unternehmen ein Audit durchzuführen, bei dem Mitarbeitende des Unterlieferanten ohne Anwesenheit des Managements befragt wurden. Das Ergebnis war positiv. Es wurden keine Menschenrechtsverletzungen festgestellt. Mit dem erfolgreichen Pilotprojekt planen wir, weitere Audits bei Lkw-Fahrern durchzuführen. Die Ergebnisse des Audits sollen dazu dienen, eine Petition verschiedener Unternehmen an Regierungen zu unterstützen, sichere Rastplätze für Lkw-Fahrer in Gebieten einzurichten, in denen sie anfällig für Entführungen und Diebstahl sind.

Eine weitere Möglichkeit, wie wir Arbeitnehmerrechte unterstützen und gleichzeitig die lokale Wirtschaft fördern können, ist die Einrichtung von sogenannten Shared Service Centers. IT-Funktionen werden in der Regel in weit entfernte Regionen der Welt ausgelagert, die schwer zu überwachen sind. Roche ist eines der wenigen grossen Unternehmen, das nicht seine gesamte IT an einen grossen Anbieter in Indien ausgelagert hat. Zwei unserer grössten IT-Standorte sind nach wie vor San Francisco und Basel. Wir haben innerhalb von Roche an Orten wie Kuala Lumpur, Budapest und San Jose Shared Service Centers eingerichtet. Sie werden durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Roche oder kleinen lokalen Partnerschaften geführt. Auf diese Weise sind wir besser in der Lage, die Menschenrechte zu schützen und gleichzeitig Talente vor Ort in diesen Ländern zu fördern.

Wir arbeiten mit unseren Lieferanten zusammen, damit sie die von uns verlangten Standards einhalten. Wenn wir versucht haben, einen Lieferanten zur Einhaltung unserer Standards zu bewegen, und der Lieferant weiterhin nicht in der Lage ist, die Mindestanforderungen von Roche zu erfüllen, überdenken wir die Zusammenarbeit. Das kann auch die Beendigung der Geschäftsbeziehung bedeuten.

"In den meisten Fällen wollen die Lieferanten mit Roche zusammenarbeiten, um ihre Nachhaltigkeit zu verbessern. Dabei müssen sich die Lieferanten unseren Nachhaltigkeitsprinzipien verpflichten", so Hinds. "Roche hat die Möglichkeit, die Welt durch den Einkauf von Gütern und Dienstleistungen zu verändern".

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